Spielbericht NLB: TV Steffisburg – SG Wädenswil/Horgen

Datum: 12.11.2023

Man staunte nicht schlecht, als die Truppe vom Zürichsee das Parkett betrat. Mit Steiner, Wolfer und Simon Gantner fehlten im Vergleich zur letzten Partie gleich drei Schlüsselspieler des diesjährigen Kaders der SG Wädenswil/Horgen. Dafür standen Sidorowicz nach seiner Verletzung, Burgherr, der Toptorschütze des Erstligateams der SG, sowie Teammanager und gleichzeitig Altmeister im Tor, Andrija Kasalo, für die Partie gegen den TV Steffisburg zur Verfügung. Keine leichte Aufgabe für die Seebueben mit solchen Kaderveränderungen in den gewohnten Spielrhythmus zu kommen. Die Gastgeber hingegen konnten beim Cupsieg gegen Handball Emmen viel Selbstvertrauen tanken und mit breiter Brust in die Begegnung gehen. Den Auftakt in die Torstatistik gab Sido mit einem sehenswerten Treffer aus dem Rückraum, ehe die Gastgeber umgehend ausgleichen konnten. Es war ein Sinnbild der ersten Spielminuten. Die SG suchte nach Lücken im Abwehrverbund der Steffisburger, welche ihrerseits stark aufs Tempo drückten und mit schnellem Spielaufbau die Zürcher Verteidigung sich nicht formieren lassen wollte. Die Taktik der Platzherren funktionierte in dieser Phase gut, sodass sie mit dem Treffer zum 5:3 das erste Mal mit 2 Toren Differenz absetzen konnten. Dies brachte die SG jedoch nicht in Verlegenheit. Routiniert waren sie von allen Positionen gefährlich und warteten auf ihre Chancen. Insbesondere Wünsch, Karlen und Sidorowicz konnten die Berner nicht stoppen. Da aber auch die Abwehrformation der SG keinen Ruhm verdiente, blieben die Steffisburger immer in Schlagdistanz und sahen sich zur Pause nur mit 17:21 m Rückstand.

Sidorowicz erzielt bei seinem Comeback nach Verletzung 8 Treffer und wird zum BestPlayer gekürt.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich die SG von ihrer besten Seite. Innert 7 Spielminuten erhöhten sie – ohne ein Gegentor zur erhalten – das Score auf 17:25, was das Heimteam zu einem frühen Timeout zwang. Zwar gelang für sie danach das erste Tor des zweiten Durchgangs, doch am Spielverlauf änderte auch die Auszeit nichts. Aus dem formierten Angriff konnten die Steffisburger kaum mehr Chancen herausspielen und wenn doch standen da Cachin (bis zu einem Kopftreffer in der 45. Minute) und danach Kasalo, welche reihenweise Abschlüsse ihrer Gegenspieler parierten. Mit 20:8 Paraden entschieden sie das Goaliduell klar zu Gunsten der SG. Von den 7 Gegentreffern in der zweiten Halbzeit wurden deren 4 ins verwaiste Tor der SG erzielt, wonach die Torhüter der SGHW nur gerade 3 Mal bezwungen wurden in den zweiten 30 Minuten. Auch im Angriff konnte das Geschehen entspannt betrachtet werden, was Milicic die Chance gab, munter durchzuwechseln und sämtliche verfügbaren Konstellationen zu testen. Schlussendlich setzte sich die SG Wädenswil/Horgen ungefährdet mit 24:37 durch und setzt sich damit in der Tabellenmitte fest. «In der zweiten Halbzeit lief vieles bei uns sehr gut. Wir waren zudem überrascht, wie wenig Gegenwehr von den Steffisburgern kam», meinte Kapitän Daniel Gantner zum Gezeigten. In den nächsten Spielen wird die SG allerdings vom Gejagten zum Jäger. Mit Baden-Endingen, Basel und Stäfa warten drei Hochkaräter auf die Seebueben, zunächst am Sonntag, 19.11. in der Horgner Waldegghalle im Duell mit der auf dieses Jahr gegründeten Aargauer Spielgemeinschaft.

TV Steffisburg – SG WädenswilHorgen1

NLB, TV Steffisburg – SG Wädenswil/Horgen, 24:37 (17:21)
Thun Lachen, 182 Zuschauer, SR: Nasseri-Rad/Rottmeier, Del: Summ
Strafen: 6*2 Min. Steffisburg, 5*2 Min. SGHW
Bestplayer SGHW: Roman Sidorowicz

SG Wädenswil/Horgen: Kasalo (50%)/Cachin (43%), Buob (2), Burgherr (2), Döbbeling (4), Gantner C., Gantner D. (1), Gorlé (3), Kälin (2), Karlen (7/1), Pospisil (4), Schuler, Sidorowicz (8/1), Wünsch (4)

TV Steffisburg: Ebner (18%/1 Tor)/Edionwe (19%), Dornois, Karlen (4), Kiener (1), Lädrach, Lindner (1), Lory, Oyamendan (3), Römer (1), Rotz (1), Scheidegger (4/3), Schöni, Stettler J. (1), Stettler N. (7), Zehr

Bemerkungen: Comeback von Sidorowicz und Kasalo, Kasalo hält je ein 7-Meter von Dornois und Scheidegger