Heimvorteil genutzt – Leader Emmen mit 35 : 33 bezwungen
Zu Beginn des Spiels sowie bis zur Halbzeitpause bestimmten die Gäste das Geschehen auf dem Feld. Trotz ihrer Überlegenheit gelang es Handball Emmen jedoch nicht, sich entscheidend abzusetzen. Nach einem Rückstand von 5:10, zeigte das Heimteam eine starke Reaktion und startete die Aufholjagd. Kurz vor dem Halbzeitpfiff verkürzte Malik Zollinger mit seinem dritten verwandelten Siebenmeter auf 15:17.
Bereits sechs Minuten nach Wiederanpfiff gelang es Nico Wolfer das Geschehen erstmals auszugleichen. Neuzugang Lino Wiederkehr erzielte in der 52. Minute mit seinem zweiten Treffer die erstmalige Führung und leitete damit die entscheidende Phase ein. Wolfer, Wiederkehr und Wünsch, der acht Tore zum Erfolg beisteuerte, hielten die Gäste in der Schlussphase auf Distanz und sicherten dem Heimteam den 35 : 33 Sieg gegen den Tabellenführer Handball Emmen.
Timon Rehmann trifft spektakulär vom Kreis
Heimspiel mit einzigartiger Atmosphäre
Die SG Wädenswil/Horgen konnte beim letzten Heimspiel der Saison auf die Unterstützung ihrer Fans bauen. Zahlreiche Anhänger fanden den Weg in die Waldegg und sorgten mit rund 500 Stimmen für eine eindrucksvolle Derbystimmung. Bereits beim Anpfiff war die Atmosphäre elektrisierend – „Hopp Wädi-Horgen“ hallte durch die Halle. Eine solche Stimmung ist in der NLB einmalig und bietet dem Team einen besonderen Rückhalt, der auch an diesem Tag beflügelte.
Auf dem Spielfeld war die Handschrift der Trainer Kern und Kietzmann deutlich zu erkennen. Sie gaben der Mannschaft in der Schlussphase der Saison neues Selbstvertrauen und einen ausgeprägten Kampfgeist. Besonders in der Abwehr zeigte sich das Team in den letzten Spielen stabil und geschlossen – doch bleibt die Frage, ob dies für den Klassenerhalt ausreicht.
Der Start in das Spiel verlief für die SG Wädenswil/Horgen holprig: Nach vier technischen Fehlern lagen die Gäste aus Emmen bereits mit 1:5 in Führung. Glücklicherweise konnte sich die SG auf Tim Wünsch verlassen, der wie schon in den vorangegangenen drei Partien als gefährlichster Angreifer agierte. Seine Einsatzbereitschaft in Angriff und Verteidigung war vorbildlich und er erzielte insgesamt acht Treffer.
Sofort eingeschlagen Lino Wiederkehr mit fünf Treffern
Doch ein Sieg ist nie das Werk eines Einzelnen – die gesamte Mannschaft zog mit. Elf Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein, darunter Malik Zollinger, der als 7-Meter-Schütze sechs von sieben Versuchen verwandelte. Nico Wolfer und Fabian Pospisil führten das Spiel und steuerten gemeinsam sieben Tore zum Erfolg bei. Der Matchwinner kam schliesslich aus den Reihen der Seebuben: der ehemalige U19 Nationalspieler Lino Wiederkehr, der mit einer Doppellizenz spielte, erhielt in den letzten Minuten das Vertrauen von Trainer Toni Kern. Seine Einwechslung erwies sich als goldrichtig – fünf Tore aus fünf Versuchen in nur 15 Minuten, darunter die beiden entscheidenden Treffer zum Sieg gingen auf sein Konto.
Bedeutung des Sieges im Abstiegskampf
Im Kampf gegen den Abstieg zeigt sich, dass Totgesagte länger leben – so auch in der NLB. Alle vier betroffenen Teams, TV Steffisburg (20 Punkte), TV Birsfelden (19 Punkte), SG Wädenswil/Horgen (18 Punkte) und GC Amicitia (17 Punkte), konnten Punkte sammeln. Die Entscheidung über die Absteiger fällt somit erst in der letzten Runde. Die SG Wädenswil/Horgen hat dabei die schwierigste Ausgangslage: Sie muss auf eine Niederlage von Steffisburg hoffen und gleichzeitig auswärts den BSV Stans besiegen, um den Klassenerhalt zu sichern.
Emotionaler Abschied vor heimischem Publikum
Ein besonderer Moment ereignete sich im Rahmen des letzten Heimspiels: Der scheidende Sportchef Beat Rellstab wurde für seine herausragenden Leistungen und sein langjähriges Engagement geehrt. Am heutigen Abend wurde er von der SG als Bestplayer ausgezeichnet, was die Wertschätzung für seine Arbeit unterstreicht.
Nach beeindruckenden 24 Jahren im Vorstand darf Beat Rellstab nun seinen wohlverdienten Ruhestand antreten. Die Zuschauer würdigten seinen Einsatz mit einer Standing Ovation, die die Halle erfüllte und für eine bewegende Atmosphäre sorgte. Dieser Abschied zeigt, wie sehr Rellstab und seine Arbeit von der SG und den Fans geschätzt werden.
Hans Stapfer
HC Horgen Präsident Sasha Mackintosh lässt es sich nicht nehmen Beat Rellstab persönlich zu verabschieden
Telegramm: SG Wädenswil/Horgen – Handball Emmen (15:17) 35:33
Waldegg 500 Zuschauer, Schiedsrichter Ali Souley Damien, Meillier Philippe
SGHW: Cachin 0-15/48-60 (2P 12%), Sokcevic (5P 24%); Döbbeling (2), Pospisil (3), Stirnimann, Biffiger (1), Quni (3), Zollinger (6/6), Buob, Kälin, Burgherr, Schuler (1), Wünsch (8), Wolfer (4), Rehmann (2), Wiederkehr (5).
Handball Emmen: Näf 1-19, 40-60 (2P 9%), Rast (1P 8%); Bühler, Röttges (6), Steiner (2), Hochuli (5), Gavranovic (2), Flückiger (2), Sfar, Weingartner, Teiler (2), Sigrist (7/4), Dürger, Fuchs (4), Buholzer (1), Slujters (2).
Strafen SG, 3×2 Minuten, Emmen 2x 2 Minuten

