Spielbericht, Frauen 2. Liga: SG Wyland 1 – SG Zürisee

Datum: 15.09.2026

Mit unbändigem Willen zum zweiten Auswärtssieg

Was für ein Comeback! Trotz einer Trefferquote von unter 60 Prozent und einem Zwei-Tore-Rückstand bei noch 1:54 Minuten auf der Uhr drehen die 2.-Liga-Damen der SG Zürisee die Partie bei der SG Wyland 1 und gewinnen in Winterthur mit 30:28. Damit setzen sich die Blau-Weissen vorläufig an die Tabellenspitze.

Zwei Spiele, zwei Siege – besser hätten die Damen der SG Zürisee kaum in die neue Saison starten können. Doch der zweite Auswärtssieg war alles andere als selbstverständlich. Beim Gastspiel in Winterthur gegen die SG Wyland 1 sah es lange Zeit sogar nach einer Niederlage aus.

Geschwächt durch mehrere Abwesenheiten von Stammspielerinnen reiste die SGZ mit lediglich vier Rückraumspielerinnen an. Gerade im Angriff fehlten dadurch wichtige Alternativen. Entsprechend nervös starteten die Blau-Weissen in die Partie. Bereits nach neun Minuten standen sieben technische Fehler zu Buche – und in der 12. Minute lag die SG Zürisee mit 3:8 zurück.

Auch nach der Auszeit wollte das Angriffsspiel der Gäste vom Zürichsee zunächst nicht richtig ins Rollen kommen. Immerhin konnte Morgan direkt danach auf 4:8 verkürzen. Doch die Gastgeberinnen hatten das Spiel weiterhin weitgehend unter Kontrolle.

Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit kam die SGZ besser in die Partie. 90 Sekunden vor dem Pausenpfiff verkürzte Michelle Kappeler mit ihrem dritten Treffer auf 12:14. Kurz darauf ging es mit einem 13:15-Rückstand aus Sicht der Zürisee-Damen in die Kabine.

Doch aufgegeben wurde nicht.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Die Trefferquote der SGZ war weiterhin deutlich tiefer als gewohnt, und immer wieder scheiterten die Zürisee-Spielerinnen an der starken Torhüterin der Gastgeberinnen.

Was allerdings beeindruckte, war der enorme Zusammenhalt innerhalb des Teams. Angeführt von Kreisläuferin Emilie, die mit zehn Treffern zur besten Torschützin der SGZ avancierte, kämpften sich die Blau-Weissen Schritt für Schritt zurück in die Partie.

In der 43. Minute war es dann so weit: Morgan erzielte die erste Führung der SG Zürisee – 19:18!

Doch der vermeintliche Wendepunkt brachte noch keine Sicherheit. Technische Fehler und Wurfungenauigkeiten verhinderten, dass sich die Gäste entscheidend absetzen konnten. Im Gegenteil: Knapp zwei Minuten vor dem Ende lag die SG Wyland wieder mit zwei Toren vorn.

Und dann begann die furiose Schlussphase.

Mit unbändigem Willen, hohem Tempo und unerschütterlicher Moral warfen die Zürisee-Damen noch einmal alles in die Waagschale. Zwei Fehler der Gastgeberinnen nutzten die Blau-Weissen eiskalt aus. Die daraus resultierenden Gegenstösse brachten den schnellen Ausgleich.

Doch damit nicht genug: In der letzten Minute avancierte Torhüterin Michelle Glättli zur Matchwinnerin. Mit zwei Glanzparaden hielt sie ihre Mannschaft im Spiel und legte damit die Basis für die entscheidenden Treffer.

Und dann kam der Moment von Emi: Mit ihrem zehnten Treffer, gerade einmal zwei Sekunden vor der Schlusssirene, setzte sie den viel umjubelten Schlusspunkt zum 30:28.

Was für eine Schlussphase. Was für ein Comeback. Und was für eine Moral!

„Was die Spielerinnen heute an Zusammenhalt und Moral gezeigt haben, ist überragend. Wenn man sich so in eine Partie zurückkämpft und so viel Wille zeigt, dann ist mir das fast wichtiger als ein souveräner Sieg“, zeigte sich Trainer Gerda nach der Partie beeindruckt von seinem Team.

Mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen steht die SG Zürisee damit vorläufig an der Tabellenspitze. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Bereits am kommenden Wochenende wartet die nächste Auswärtsaufgabe. Dann treffen die Blau-Weissen auf die SG Uster/Volketswil – mit der Hoffnung, dass es diesmal etwas weniger nervenaufreibend wird.