Mit zwei Gesichtern zum dritten Auswärtssieg in Folge
Bislang mussten die Damen der 2. Liga der SG Zürisee ausschliesslich auswärts antreten – und das mit optimalem Erfolg. Drei Spiele, drei Siege und damit die Tabellenführung. Auch gegen die SG Uster/Volketswil setzte sich die SGZ am Ende souverän mit 39:22 durch. Doch der dritte Auswärtssieg in Folge hatte zwei ganz unterschiedliche Gesichter.
Sonntagabend, 19.15 Uhr. Normalerweise sitzt man um diese Zeit gerne auf dem Sofa und lässt das Wochenende gemütlich ausklingen. Für die Damen der SG Zürisee hiess es am vergangenen Sonntag dagegen: Trikot an, Harz an den Ball und ab auf die Platte. Im dritten Auswärtsspiel der Saison wartete die SG Uster/Volketswil.
Ob es an der späten Anspielzeit oder an fehlender Energie lag – die ersten 30 Minuten waren aus Sicht der SGZ definitiv zum Vergessen.
Vor allem die schwache Abschlussquote sorgte für Kopfschütteln. Ob Gegenstoss, Penalty oder Wurf aus dem Rückraum – zu viele Chancen blieben ungenutzt. Entsprechend gross war die Unzufriedenheit auf dem Spielfeld, auf der Bank und auch auf der Tribüne. Die Gastgeberinnen nutzten die Schwächen der SGZ und gingen in der 19. Minute sogar mit 9:6 in Führung.
Dann folgte die Auszeit – und deutliche Worte von Trainer «Gerda».
Die Ansprache zeigte Wirkung. Die SGZ fand endlich besser ins Spiel, verkürzte den Rückstand und ging in der 27. Minute erstmals mit 11:10 in Führung. Plötzlich stand die Abwehr stabiler, die Ballgewinne häuften sich und auch das Tempospiel kam langsam ins Rollen. Mit einem 15:11-Vorsprung ging es schliesslich in die Halbzeitpause.
Und nach dem Seitenwechsel zeigte die SGZ ihr zweites Gesicht.
Das Team um Kapitänin Jana Ellenberger war plötzlich wie ausgewechselt. Die Abwehr stand deutlich kompakter, immer wieder konnten Bälle abgefangen werden und die Gegenstösse fanden nun fast im Minutentakt den Weg ins Tor. Auch im aufgebauten Angriff spielte die SGZ geduldig und fand immer wieder erfolgreiche Lösungen.
Besonders Zoé Porro drückte der zweiten Halbzeit ihren Stempel auf. Mit viel Einsatz in der Abwehr und fünf Toren bei fünf Versuchen innerhalb der zweiten 30 Minuten hatte sie massgeblichen Anteil daran, dass aus einem zunächst harzigen Spiel am Ende eine klare Angelegenheit wurde.
Die SG Zürisee drehte richtig auf und feierte mit dem 39:22 den dritten Auswärtssieg in Folge.
24 Tore in der zweiten Halbzeit sprechen dabei eine deutliche Sprache.
Drei Spiele, drei Siege – und weiterhin Platz eins in der Tabelle. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt allerdings nicht.
Auch am kommenden Wochenende geht es wieder auswärts zur Sache. Dann wartet mit der Erstvertretung aus Emmen ein echter Prüfstein. Die Emmerinnen spielten in der vergangenen Saison noch in der 1. Liga und sind mit 4:0 Punkten ebenfalls noch ungeschlagen.
Eines ist klar: Wenn die SG Zürisee auch dort erfolgreich sein will, sollte das Team diesmal besser vom ersten Anpfiff an ihr zweites Gesicht zeigen.
