SG Wädenswil/Horgen erkämpft sich wichtigen Auswärtspunkt gegen Gossau
Nach einem spannenden und intensiven Spiel trennten sich der TSV Fortitudo Gossau und die SG Wädenswil/Horgen nach 60 Minuten mit einem 25:25-Unentschieden. Die Partie fand vor nur 130 Zuschauern in der Buchenwaldhalle Gossau statt. Für die Gäste aus Wädenswil/Horgen ist dieser Punkt im Kampf gegen den Abstieg besonders wertvoll, auch wenn sich das Ergebnis angesichts des Spielverlaufs, wie ein verlorener Punkt anfühlt – ein Sieg wäre durchaus verdient gewesen.
Xavier Kuzma noch nicht 17-Jährig aus der Talentschmide der SG Horgen/Wädenswil
Ein besonderer Lichtblick aus Sicht der SG war, dass sich die jungen Spieler vermehrt ins Spiel einbringen konnten und im Kampf um den Ligaerhalt wichtige Akzente setzten. Malik Zollinger, David Kälin, Timon Rehmann und Xavier Kuzma standen gemeinsam mit Jan Bamert in der Startformation und überzeugten mit guten Leistungen. Zollinger erzielte das erste Tor der Partie mit einem sehenswerten Wurf aus zehn Metern ins Lattenkreuz und traf wenig später erneut vom Kreis, ebenso wie Rehmann, der in der Anfangsphase zwei Tore beisteuerte. Im Tor bekam Sokcevic das Vertrauen und glänzte in der Anfangsphase mit vier Paraden, wodurch er seinem Team einen wichtigen Rückhalt gab.
Das Heimteam, das aufgrund seiner zahlreichen kosovarischen Nationalspieler auch als „klein Kosovo“ bezeichnet werden könnte, tat sich zunächst schwer, ins Spiel zu finden. Erst in der 19. Minute gelang ihrem besten Werfer Tahirukaj der 7:7-Ausgleich. Trotz zweier vergebener Siebenmeter blieb ein Einbruch der SG aus, und die Gäste gingen durch einen Treffer von Biffiger erneut in Führung. Das Spiel wogte nun hin und her; kurz vor der Pause erzielte Bamert den Anschlusstreffer zum 10:11, ehe Tahirukaj mit dem Pausenpfiff auf 12:10 für Gossau stellte.
SG Wädenswil/Horgen zeigt nach der Pause Moral
Jann Bamert – bis zu seiner Verletzung kurz vor Ende ein ständiger Gefahrenherd
Nach dem Seitenwechsel erwischte das Heimteam den besseren Start: Der deutsche Kreisläufer Brombeis traf zur Drei-Tore-Führung. Doch die SG reagierte prompt und glich durch zwei Tore von Burgherr, zwei von Schuler sowie Treffer von Bamert und Buob zum 16:16 aus. Besonders Schuler übernahm Verantwortung und verwandelte nun auch die Strafwürfe, nachdem zuvor Kälin, Bamert und Biffiger gegen den zwei Meter grossen Nationaltorhüter Berisha gescheitert waren. Mit sieben Treffern avancierte Schuler verdientermassen zum Bestplayer der SG, ebenso wie Tahirukaj mit ebenfalls sieben Toren für Gossau.
Spannung bis zur letzten Sekunde
In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse. In der 56. Minute wurde SG-Spielmacher Bamert in der Spielfeldmitte von Ramosaj rüde gefoult und musste verletzt vom Feld – eine Strafe für Ramosaj blieb jedoch aus. Kurz darauf glich Schuler per Siebenmeter zum 24:24 aus, bevor Pospisil die SG eine Minute vor dem Ende mit 25:24 in Führung brachte. Torhüter Sokcevic parierte in der Folge zweimal gegen Brombeis, und die SG kam erneut in Ballbesitz. Das muss es gewesen sein, denkt sich auch SG-Coach Toni Kern und drückt vor dem Zeitspiel den Baser. Doch dieser ist falsch eingestellt, und so verstreichen Sekunden, bis der Tisch das Spiel unterbricht. Das Zeitspiel ist bereits gepfiffen, die Uhr wird zwar zurückgedreht, das Zeitspiel, hier geht’s nicht mit richtigen Dingen zu, wird auf zwei Pässe verkürzt. Es kommt, wie es kommen muss: Gossaus kommt Sekunden vor dem Ende noch einmal zum Ballbesitz, Dedaj zu einem Schlenzer und wie beim Pausenpfiff geht auch dieser Ball in die Maschen von Hüter Sokcevic zum 25:25.
Sportchef Beat Rellstab zeigte sich nach der Partie dennoch zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir haben eine Teamleistung gefordert, von den jungen mehr Verantwortung verlangt und bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll gekämpft. Das Wettkampfglück, das man braucht, fehlte uns am Ende zum doppelten Punktgewinn. Doch die Richtung stimmt, und das macht mich zuversichtlich für die letzten acht Spiele.“
Die beiden „Bestplayer“ unter sich Yanick Schuler und Tahirukaj Drilon
01.03.2026 17.30 Buchenwaldhalle Gossau / 130 Zuschauer / SR. Rottmeier – Nasseri
Telegramm: TSV Fortitudo Gossau – SG Wädenswil/Horgen (12:10) 25:25
SGHW: Cachin, Sokcevic 1-60 (9P/27%); Döbbeling (1), Pospisil (1), Stirnimann (1), Haudenschild, Biffiger (1), Zollinger (2), Buob (1), Kälin (1), Burgherr (3), Schuler (7/3), Pfister, Bamert (3/1), Kuzma (1), Rehmann (3).
Strafen: 4×2 Minuten Heim, 2×2 Minuten Gast
Best Player SG Wädenswil/Horgen, Yanick Schuler.
Hans Stapfer

